Kambodscha verfügt über wenige, dafür aber wunderschöne Inseln. Die abgelegenste ist wohl Koh Rong Samloem, die kleine Schwester der größeren Koh Rong. Auf zweitgenannter kommen Partyfreunde auf ihre Kosten — wer ehr entspannen möchte, wird Koh Rong Samloem lieben.


Dieser Artikel ist Teil einer Reiseberichtsreihe über Südostasien, die ich im Mrz. 2016 geschrieben habe.

Phnom Penh nach Koh Rong Samloem

Unsere Reise von Phnom Penh nach Koh Rong Samloem haben wir über CTT Travels für USD 18 gebucht, die Beratung hier hat Julia und mich extrem positiv überrascht. Klare Empfehlung. Der Fahrer hat Probleme unser Hotel zu finden, weshalb er etwas später dran ist, als vereinbart. Dennoch kommen wie in Summe (die üblichen Pick Ups) am 2. Mrz. 2016 gut gehen 8:00 los. "Gut los kommen" heißt im morgendlichen Berufsverkehr der Hauptstadt nicht, dass man sonderlich schnell los kommt. Es dauert fast eine Stunde Phnom Penh hinter uns zu lassen. Der CTT VIP Bus ist übrigens sehr komfortabel, vor allem nach dem uns die erste Reihe zum sitzen angeboten wurde, wo wir recht viel Beinfreiheit haben.

Gegen 13.00 Uhr erreichen wir Sihanoukville, von wo aus unser Schnellboot gen Koh Rong Samloem ablegen soll. Wir kaufen in der Tourist Information Tickets die inkl. Retour USD 20 kosten. Wir essen bei einem Italiener das Mittagsmenü für USD 5: Softdrink, Bruscetta und Pizza. Fairer Deal, leckeres Essen. 14.00 Uhr trinken wir noch einen Iced Coffee (mmhhh lecker!); 14.45 Uhr Boarding; 15.10 Uhr legt das Boot ab; kurz vor 16.00 Uhr erreichen wir unser Ziel.

Unterkunft

Am Steg werden wir von einem Angestellten des Saracen Bay Resorts abgeholt. Es liegt 300 m vom Steg entfernt. Wir beziehen Bungalow Nr. 2 von 9. Der Bungalow verfügt über ein eigenes Bad (leider mit offener Dusche), eine kleine Veranda mit "Couch" und zwei "Sesseln". Vor der Veranda haben wir zwei Liegen mit Polstern. Auf Booking war diese Unterkunft leider schon ausgebucht. Auf E-Mail Anfrage wurde uns dennoch ein Zimmer angeboten. Die Buchung wirkte sehr obskur (Kreditkartennummer und so per Mail), es ging aber alles gut.

In Summe waren wir mit der Unterkunft, wo wir auch meist Mittag gegessen haben (sehr leckerer Brokkoli / Blumenkohl Salat mit Knoblauchdressing) extrem zufrieden. Der Strandabschnitt hier ist besonders schön und wird sehr gut gepflegt und sauber gehalten. Der ganze Strand ist übrigens voller kleine Krebse, die wie Ameisen durch die Gegend flitzen.

Vormittags

Wir stehen meist gegen 8.30 Uhr auf. Zwei mal sind wir zum Frühstück zum Lazy Beach, ein Resort auf der anderen Inselseite, gewandert.



Das hat je Strecke gute 30 Minuten gedauert. Man passiert den Dschungel, was ziemlich schön ist. Ich bin barfuß gelaufen, was auf dem Rückweg unangenehm wird: der Sand des Lazy Beachs hat sich schon vorm Mittag so aufgeheizt, dass ich mir kleine Brandbläßchen an den Füßen auf dem Weg vom Strand zum Dschungel (keine 100m) geholt habe. Am Lazy Beach waren wir auch einmal nach dem (wirklich empfehlenswerten) Frühstück schnorcheln. Die Sicht ist jedoch nicht sonderlich gut und das Unterwasserleben nicht allzu abwechslungsreich. Kann man also machen, kann man aber auch auslassen.

Nachmittags

Zurück an unserem Bungalow sind wir sofort ins Wasser gesprungen. Je nach Gezeitenstand ist der Wasserpegel etwas unterschiedlich, aber man kann in aller Regel 40m vom Strand aus noch bequem im herrlich grünblauen Wasser stehen. Ein, zwei mal bin ich weiter raus geschwommen, da kühlt sich das, sonst sehr warme, Wasser schnell ab und man freut sich in der Sonne wieder aufzuheizen.

Gehen 11.00 Uhr kommen die ersten Tagesauflügler. Meist (westliche) Pärchen, die hier einen ruhigen Strandtag verbringen wollen. Gegen 14.30 Uhr kommen dann größere (asiatische Reise-)Gruppen. Deren Verhalten hat eine Kellnerin bei uns im Restaurant treffend mit crazy zusammengefasst: da wird sich über 100m hinweg unterhalten, "No Entry" Schilder konsequent ignoriert und versucht die Liegen der Bungalows zu kapern. Eigens dafür hat unser Resort einen Aufseher: beim Mittag sehen wir, wie die Handtücher unserer Liegen weg gelegt und von einer vierköpfigen Truppe belegt werden. Es dauert keine Minute, da hat der Aufseher die Liegen wieder an ihren Platz gestellt.

So schnell wie der Spuk begann, so schnell hört er sich wieder auf. Nach ca. zwei Stunden und ca. fünfhundert Fotos pro mitgebrachtem Handy verlassen die Tagesausflügler gegen spätestens 16.30 Uhr den Strand. Der Aufseher geht dann den Strand entlang und sammelt den Müll ein, der zurück bleibt.

Anfangs hat uns dieses Schauspiel gestört am Ende fanden wir es extrem unterhaltsam. Und die Action dieser zwei Stunden verleiht der Ruhe morgens und abends besonderen Wert.

Ein, zwei Stunden nach dem Mittag haben wir uns übrigens immer Wassermelonensaft (Julia) und Iced Coffee an die Liegen bestellt, wo wir viel gelesen haben; zu Julias Freude habe ich immer wieder aus "Einen Scheiß muss ich" vorgelesen und sie so stets aus ihrem Buch gerissen. Ups! War aber wirklich lustig.

Abends

Nach dem letzten Mal schwimmen gehen 17.30 Uhr, als unser Strand im Schatten lag, haben wir uns für den Abend fertig gemacht und auf der Veranda entspannt. Dann sind wir den Stand entlang geschlendert bis die Sonne untergegangen ist, bevor wir uns ein Lokal zum Essen gesucht haben.


An sich waren alle lecker. Der Service war mal besser und mal schlechter. Aber das kann auch immer an der Tagesform liegen. Vegetarische Currys haben die Restaurants selten auf den Karten; man kann aber immer danach fragen.

Nach dem Essen haben wir noch einen Drink auf unserer Veranda genommen: von Festland wollten wir Wein mitbringen. Der war aber zu teuer. Sodass wir Smirnoff Rasberry mitgebracht haben. Bei uns im Restaurant haben wir immer eine Sprite mit zwei Gläsern mit Eiswürfeln bestellt und gemischt. Etwas süß aber lecker.

Abreise

So verbrachten wir die vollen vier Tage, die wir hier hatten. Eine wirklich entspannende Zeit zum richtigen Zeitpunkt nach etwas über der Hälfte unserer Reise.