Der Small Circuit ist eine kleinere Tour, in der die zentralen und größten Tempel Angkors angefahren werden: der größte Angkor Wat, der Tomb Raider Tempel Ta Prohm und Bayon, der uns am besten gefallen hat. Auch die Ruinen der antiken Stadt Angkor Thom werden besucht.


Dieser Artikel ist Teil einer Reiseberichtsreihe über Südostasien, die ich im Mrz. 2016 geschrieben habe.

Angkor Wat

Am 25. Feb. 2016 starten wir von unserem Hotel um 9.00 Uhr zum Small Circuit. Wir haben die Tour tags zuvor für USD 18 am Travel Desk des Hotels gebucht. Unser Fahrer ist wie beim Grand Circuit Sann. Mit seinem türkisen Tuk Tuk geht es über den Ticket Checkpoint, wo der zweite Tag unseres Tickets abgeknipst wird, direkt zu Angkor Wat.

Der Tempel, der auch die Flagge Kambotschas schmückt, ist das (wohl) weltweit größte religiöse Bauwerk. Umgeben von Wasser türmt sich Angkor Wat in drei Ebenen auf. Wir laufen über den sandsteinenden Zugang auf das Elefanten Tor der äußeren Mauer zu, die den Tempel umgibt. Das Tor erinnert mich etwas an den Eingang zur Wilhelma in Stuttgart, in groß, sehr groß natürlich. Auf dem "schmalen" Zugang zentriert sich der Besucherandrang, der sich in der Anlage jedoch wieder verläuft.


Um kurz nach neun ist es hier zwar gut besucht, der erste Ansturm (Sonnenaufgang) ist aber, wenn man den Reiseführern glaubt, bereits abgeebbt. Es ist voller als bei den Tempeln vom Vortag, aber es ist deutlich weniger schlimm, als wir erwartet haben. Wir suchen in der rechten der beiden Bibliotheksgebäude Schutz vor der Sonne und lesen etwas im Reiseführer. Spannender Punkt: Angkor Wat ist anders als alle anderen Tempel niemals verlassen worden und hat stets als religiöser (Zufluchts-)Ort fungiert.


Wir planen uns zunächst die erste Hälfte der Reliefs anzuschauen, die den Tempel umgeben. Wir laufen gegen den Uhrzeigersinn: The Battle of Kurukshetra ist das erste Relief im Westen, gefolgt von The Army of Suryavarman II und Heaven & Hell im Süden bis zu Churning of the Ocean of Milk.


Über das (andere) Elefanten Tor betreten wir das Innere der zweiten Ebene. Dieses Tor hat im Übrigen keine Treppe nach unten, damit man hier tatsächlich von Elefanten direkt in den Tempel absteigen konnte.


In der zweiten Ebene konzentrieren sich die Besucher wieder. Wir stellen uns für die Schlange zum Aufstieg für die dritte Ebene an. Da diese Recht klein ist, ist die Besucheranzahl begrenzt. Wir stehen bei dem 45 Minuten Zeichen, sind aber schon nach gut 30 Minuten an der Reihe.

Nachdem wir gestern gesehen haben wie Mädels mit kurzen Röcken und Spaghettiträgern in die Tempel gekommen sind, trägt Julia heute auch kein Top, welches die Schultern vollständig bedeckt. Das rächt sich jetzt: vor der dritten Ebene, nach der Schlange, kontrollieren Sie die Kleidung und geben auch keine Alternativ-Kleidung aus, wie wir es z. B. in Abu Dhabi gesehen haben.

Ich steige die sehr steilen Stufen also allein bis zum Bakan (die letzte Ebene) hinauf. Die Stufen sind so steil, da sie den Aufstieg in das Königreich der Götter symbolisieren. Oben angekommen hat man einen tollen Blick über die Anlage.


Wieder unten, schauen wir uns die gut besuchte Galerie der Buddahs an und steigen auf zur nördlichen Bibliothek der zweiten Ebene, von wo man auch einen guten Blick hat, ohne von vielen Leuten umgeben zu sein. Wir beenden unsere Tour entlang der Reliefs: Battle of Lanka im Westen, Battle of The Gods and the Demons und Krishna and the Demon King im Norden sowie Vishnu conquers the Demons im Osten.

Wir verlassen Angkor Wat über das östliche Tor, wo Sann auf uns wartet. Der ganze Besuch hat ca. 2 Stunden gedauert.

Ta Prohm

Als Schüler habe ich den Film Tomb Raider gesehen, nach dem meine Brüder und ich das Spiel hoch und runter gespielt hatten. Im Film hat mich die Kulisse des baumunwucherten Tempels besonders beeindruckt. Umso cooler war es für mich genau diesen Tempel zu sehen, den man hier inzwischen als "Tomb Raider Tempel" kennt: Ta Prohm. Die Stelle des Tempels, wo Lara Croft den Jasmin findet, haben wir gefunden. Der Baum heißt (auch offiziell) "Tomb Raider Tree". Nur den Jasmin könnte ich nirgends finden.


Der Tempel ist im Übrigen viel größer als ich ihn mir vorgestellt hatte: man betritt ihn über eine Terasse, die Hall of Dancers konnten wir nur von außen sehen. Jedoch gibt es eine Vielzahl andere Gänge und kleine Hallen, die man sich anschauen kann. Man hat hier versucht den Tempel so zu belassen, wie er vorgefunden wurde. Dadurch wirkt er wie der "Prototyp" des "Dschungeltempels" wie wir ihn uns vorstellen: Viele herumliegende Steine, Bäume, die Mauern umschlingen und das meiste liegt im Schatten da die Menge der Bäume dem Tempel ein Dach verleiht. Lücken im Dach heben durch Sonnenstrahlen einige Teile des alten Tempels hervor.

Angkor Thom

Nach diesem Tempel fährt uns Sann zur Terrace of the Elephants. Sie liegt an der ursprünglichen Hauptstraße der alten Hauptstadt des Khmer Reichs: Angkor Thom. Von dieser Terasse aus hat der König Militärparaden abgehalten und sich dem Volk gezeigt. Wir laufen nordwärts zur Terasse of the Leper King, bevor wir gen Süden zum Tempel Baphuon laufen. (Auf dem Weg gibt es noch eine Kokosnuss to-go.) Nachdem Julia mit ihrem Top wieder Probleme hat den Tempel zu betreten lassen wir Tempel Tempel sein und laufen zu Bayon.

Bayon

Von diesem Palasttempel wussten Julia und ich im Vorfeld am wenigsten. Vielleicht waren wir deshalb am Ende auch besonders angetan. Der Tempel hat, wie viele andere zuvor, drei Ebenen. Sobald man die zweite erklommen hat, findet man sich in einer surrealen, wundervollen Welt wieder: man hat das Gefühl auf dem Dach und doch mitten in Tempel zu sein. Überall sind Türme die je vier Gesichter schmücken. Der König wacht hier über sein Reich.


Der Bauherr hier war ebenfalls (mal wieder) Jayavarmam VII, der in einem Relief angebildet ist (oberer Teil durch Schirm geschützt):


Nach diesem Tempel ist unsere Tour beendet. Wir empfanden diesen zweiten Tag übrigens als viel anstrengender, da man weniger Tuk Tuk Verschnaufpausen gegen längere Besuche einzelner Tempel tauscht. Da für Angkor Thom nur wenig Zeit blieb und wir auch sonnenschlapp waren, werden wir am kommenden Tag noch einmal zu Angkor Thom fahren und uns hier genauer umschauen.